Der International Faber-Castell Preis für Zeichnung 2015 geht an die Künstlerin
Anastasia Ax

Die Werke der Preisträgerin und der vier weiteren nominierten Künstlerinnen und Künstler sind bis zum 11. Oktober 2015 in einer gemeinsamen Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg zu sehen.
Zum zweiten Mal wird der mit 15.000 € dotierte Internationale Faber-Castell Preis für Zeichnung im Neuen Museum in Nürnberg verliehen. Aus dem Kreis der fünf nominierten Künstlerpersönlichkeiten ernannte eine international besetzte Jury Anastasia Ax zur Preisträgerin.
Die 1979 in Stockholm geborene Anastasia Ax lebt und arbeitet in Athen und Stockholm.

Anastasia Ax, Performance im Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg
Anastasia Ax, Performance im Staatliches Museum für Kunst und Design in Nürnberg

Begründung der Jury

Dieses Jahr präsentieren die für den Internationalen Faber-Castell Preis für Zeichnung nominierten Künstler Werke unterschiedlicher Formate, die weit über die klassische Vorstellung der Zeichnung hinausgehen. Nichtsdestotrotz ist die Jury überzeugt, dass die Zeichnung sehr wohl im Zentrum der künstlerischen Praxis aller Nominierten steht, die ihre Werke jeweils als räumliche Installation und nicht als reine zweidimensionale Objekte konzipiert haben. So fließen Performance, digitales Video, das Erzählerische, Malerei, Ready-Made und Reproduktion in die hier gezeigten Werke ein.

Die außergewöhnliche Qualität und Vielfalt der Arbeiten der fünf nominierten Künstler hat die Jury vor besondere Herausforderungen gestellt. Nach eigehender Diskussion fiel die Entscheidung schließlich auf eine Künstlerin, deren Position neue Perspektiven in die gegenwärtige zeichnerische Praxis offenbart. Für diese zweite Auflage des Preises war es geboten, eine künstlerische Herangehensweise zu verorten, die traditionelle Erwartungen an die Zeichnung übersteigt und Handlungsmomente in den Ausstellungsraum bringt.
Der diesjährige Preis geht an die Künstlerin Anastasia Ax für ihren ebenso überraschenden wie prägnanten Umgang mit den traditionellen Zeichenmaterialien Papier und Tusche. Durch die ungewöhnliche Verwendung dieser Materialien schafft Ax beeindruckend skulpturale, ja architektonische Werke, in denen sie sich körperlich anhand von Performance und einem wahren Feuerwerk an Energie einbringt. Gebinde von recyceltem Papier wurden temporär dem Wirtschaftskreislauf entnommen und dienen als Material für die Installation und Performance. Durch die derartige Verwendung von Papier erhebt die Künstlerin einen Abfallstoff vorübergehend zu einem Ausdrucksmedium. Anhand von vielschichtigen Anleihen, darunter Action Painting und Kalligrafie, eröffnet Ax mit ihrer künstlerischen Position zahlreiche Möglichkeiten für die künftige Entwicklung des Preises.